Sicherheit und Versicherungsschutz durch Arbeitsschuhe
Unter Arbeitschuhen versteht man im allgemeinen Sprachgebrauch drei Sorten von Schuhen: Sicherheitsschuhe, Schutzschuhe und Berufsschuhe. Für alle Arten gelten unterschiedliche Normen, entsprechend ihres Einsatzgebietes.
Die bekannteste Gruppe stellen die Sicherheitsschuhe dar. Diese werden in fünf genormte Arten unterteilt: S1, S2, S3, S4, S5. Sie sind als Halbschuhe oder Stiefel erhältlich. Im vorderen Teil, über den Zehen, befindet sich eine Schutzkappe. Diese war früher in der Regel aus Stahl, heute sind jedoch auch andere Materialien wie Aluminium, Titan oder Hartplastik in Verwendung. Die Kappe muss hohe Belastungen aushalten können. Die Sohle ist dank einer Stahlblech- oder Kevlareinlage durchtrittsicher. Die Sohlen müssen vor Stromschlägen schützen sowie Nässe, Öl, Benzin und Säure abhalten. Besonders wichtig ist auch eine hohe Standfestigkeit und Rutschfestigkeit sowie die Fähigkeit, Stöße abzufedern.
Sicherheitsschuhe sind auf dem Bau, bei der Feuerwehr und beim technischen Hilfswerk sowie in der Industrie zu finden. Das Tragen dieser Schuhe ist Pflicht. Aus gutem Grund: Rund 20 Prozent aller Verletzungen bei der Arbeit betreffen die Füße. Deshalb ist das Tragen der Schuhe auch Voraussetzung dafür, nach einem Unfall Versicherungsleistungen ausgezahlt zu bekommen. Diese werden nur fällig, wenn sich der Verletzte mit einer kompletten persönlichen Schutzausrüstung (PSA) abgesichert hat. Eine weitere Kategorie stellen die sogenannten Schutzschuhe dar. Diese werden in der Kennzeichnung statt mit einem S mit einem P versehen. Sie haben ebenfalls eine Schutzkappe, die jedoch nur für mittlere Belastungen geeignet ist. Sie werden beispielsweise in Gärtnereien und vielen Handwerksbetrieben getragen. Schließlich gibt es noch Berufsschuhe ohne Schutzkappe. Diese werden mit dem Buchstaben O gekennzeichnet. Sie zeichnen sich besonders durch hohe Rutschfestigkeit aus. Sie werden z. B. in Krankenhäusern und Laboren, in der Gastronomie, in Küchen und Handwerksbetrieben eingesetzt.
Heutzutage gibt es neben dem klassischen Arbeitsschuh zahlreiche Modelle, die von ihrer Optik her Trekking- oder Sportschuhen entsprechen; zudem gibt es farbliche Varianten. Damit wurde dem Wunsch vieler Arbeiter Rechnung getragen, dass ihr Schuhwerk nicht nur schützen muss, sondern gleichzeitig auch optisch ansprechend aussehen sollte.